Misdroy im Sommer mit Hund: Molo, Wikingerschiff und Dorsz vom Kutter

Robert vor dem Fischkutter MIZ-31 am Sandstrand von Misdroy, Hund Tyson steht an Bord
Tyson an Bord der MIZ-31: In Misdroy liegen die Kutter mitten im Badebetrieb am Strand.

Es gibt Orte, an die man einmal fährt und abhakt. Und es gibt Misdroy. Wir sind hier inzwischen zu jeder Jahreszeit gewesen, und es zieht uns immer wieder zurück – deshalb nennen wir das Städtchen auf der Insel Wolin ganz unbescheiden unsere Lieblingsstadt an der polnischen Ostsee. Ende August 2025 waren wir im Hochsommer da, mit unserem Hund Tyson an Bord, und genau darum geht es hier: um Misdroy, wenn die Promenade voll, das Wasser warm und der Fisch frisch aus dem Rauch ist.

Warum Misdroy unsere Lieblingsstadt ist

Misdroy, auf Polnisch Międzyzdroje, hat rund 5.500 Einwohner und trotzdem das Selbstbewusstsein eines großen Seebads. Das liegt an der Mischung: ein breiter, feiner Sandstrand, dahinter sofort die bewaldete Steilküste des Wolin-Nationalparks, davor eine Seebrücke, die weit hinaus in die Ostsee reicht. Dazwischen eine Promenade, auf der man abends schlendert, ohne ein Ziel zu brauchen.

Was uns aber wirklich hält, ist die Unaufgeregtheit. Die Fischkutter liegen einfach am Strand zwischen den Sonnenschirmen, kein Hafen, keine Absperrung. Man isst seinen Fisch an einem Holztisch im Sand, mit den Füßen im Sand und dem Kutter im Rücken. Und niemand tut so, als wäre das etwas Besonderes.

Der wichtigste Grund heißt aber Tyson. In vielen Urlaubsorten wird Reisen mit Hund in der Hauptsaison zur Rechnerei: Wo darf er hin, wo nicht, wann ist der Strand tabu. In Misdroy haben wir das so nicht erlebt. Tyson war auch im August ganz selbstverständlich am Strand dabei, und niemand hat schief geschaut.

Das funktioniert aus unserer Sicht, weil sich hier alle an dieselben ungeschriebenen Regeln halten. Der Hund läuft an der Leine, Hinterlassenschaften werden eingesammelt, der Strand bleibt sauber, und man nimmt Rücksicht auf das Handtuch nebenan. Solange das jeder macht, gibt es schlicht keinen Ärger – und genau dieses entspannte Miteinander ist es, was den Ort für uns ausmacht.

Dazu kommt die Stimmung. Die Menschen hier sind auf eine Art gut gelaunt, die ansteckt: freundlich, unkompliziert, ohne Hektik. Und die Lokale sind hundefreundlich, ohne dass man lange fragen muss – Tyson durfte überall mit. Diese polnische Mentalität ist für uns ein großer Teil des Zaubers. Ehrlich gesagt fahren wir auch deshalb immer wieder hierher.

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Trotzdem wichtig: So entspannt es sich anfühlt – offiziell sind Hunde in der Hauptsaison nur an den ausgewiesenen Abschnitten erlaubt. Was genau gilt und wo ihr mit Tyson-Begleitung auf der sicheren Seite seid, steht weiter unten im Abschnitt Mit Hund in Misdroy im Sommer.

Misdroy in Zahlen

Die wichtigsten Eckdaten für eure Planung. Stand: September 2026 – Preise ändern sich, prüft sie im Zweifel vor der Abfahrt.

OrtMiędzyzdroje auf der Insel Wolin, rund 5.500 Einwohner
WährungZłoty (PLN), 1 € ≈ 4,30 zł
Unser StellplatzParking Międzyzdroje 24h, Komunalna 3, direkt am Lidl
Preis55 zł für den Camper plus 30 zł pro Person, nur Barzahlung
Zum Molorund 700 m bzw. 10 Minuten zu Fuß
Strandfeiner Sand, Hundestrand in den Abschnitten L und M
Beste ReisezeitMai, Juni und September, im Winter menschenleer
Notrufnummer112 (Euro-Notruf), 997 Polizei, 999 Rettung

Tag 1: Molo, Strand und der erste Fisch

Kurz nach zwei sind wir an der Promenade. Der Eingang zum Molo ist unübersehbar: zwei weiße Türmchen, dazwischen in großen Lettern der Schriftzug, dahinter geht es auf die Seebrücke. Im August ist hier richtig was los – Eiswaffeln, Souvenirstände, Familien mit Bollerwagen. Im Dezember hatten wir genau diese Stelle für uns allein, aber das ist eine andere Geschichte.

Wir laufen die Brücke bis zum Ende. Tyson darf mit, an der Leine versteht sich, und wird unterwegs von gefühlt jedem zweiten Urlauber begrüßt. Von draußen sieht man die ganze Bucht: links die Steilküste, rechts die Hochhäuser der Ferienanlagen, unter einem das grüne Ostseewasser.

Danach runter an den Strand. Ein Bier an einem Holztisch, die Sonnenschirme klappern im Wind, ein Ausflugsboot im Wikinger-Look zieht vorbei – auf dem wir am nächsten Abend selbst sitzen sollten. Genau der Moment, in dem man merkt, dass der Urlaub angefangen hat.

Robert schenkt an einem Holztisch am Strand von Misdroy ein Bier ein, im Hintergrund Sonnenschirme und Ostsee
Erstes Bier am Strand – der Kiosk liegt keine zwanzig Schritte entfernt.

Fisch an der Promenada Gwiazd

Am späten Nachmittag ziehen wir Richtung Osten, die Promenada Gwiazd entlang. Hier reiht sich eine Fischbude an die nächste, dazwischen Räucheröfen, aus denen es weit über den Strand riecht. Makrele, Heilbutt, Lachs – alles hängt sichtbar im Rauch, man zeigt einfach drauf. Unsere Wahl steht allerdings jedes Mal schon fest, bevor wir überhaupt an der Theke sind: Dorsz, also Dorsch beziehungsweise Kabeljau, und zwar als Filet.

Hängen geblieben sind wir bei der Smażalnia MIZ-30 auf Höhe der Promenada Gwiazd 17. Zweimal Dorsz-Filet, gebacken, dazu Pommes und hausgemachter Salat, serviert auf einfachem Geschirr an langen Holztischen, keine zehn Meter vom Wasser entfernt. Für polnische Verhältnisse ist das nicht billig – zwei Portionen liegen schnell bei 150 Złoty, also gut 35 Euro. Dafür stimmt einfach alles: frischer Fisch, Meerblick, Möwen, die auf ihre Chance warten.

Wenn ihr in Misdroy nur eine einzige Sache essen könnt, dann Dorsz. Das ist keine vorsichtige Empfehlung, sondern das Ergebnis von etlichen Besuchen: Wir haben uns durch die Karte probiert und landen jedes Mal wieder beim Dorsch. Sein Fleisch ist richtig fest und blättert beim Aufmachen in dicken weißen Stücken auseinander, statt matschig zu zerfallen. Dazu die Panade – und die ist hier die beste, die wir kennen: hauchdünn, knusprig, überhaupt nicht fettig. Sie legt sich um den Fisch, statt ihn zu verstecken. Ein Spritzer Zitrone drauf, fertig, mehr braucht es nicht.

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Kleine Fisch-Vokabelhilfe: Auf den Tafeln steht alles auf Polnisch. Dorsz ist Dorsch bzw. Kabeljau, łosoś Lachs, halibut Heilbutt, makrela Makrele, flądra Flunder, sandacz Zander, śledź Hering. Smażony heißt gebacken, wędzony geräuchert, z grilla vom Grill. Wer Dorsz filet bestellt, bekommt das grätenarme Filet statt des ganzen Fisches.

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Tipp: Die Smażalnia MIZ-30 hat täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet und über 500 Bewertungen bei 4,3 Sternen. Die Nachbarbuden kochen ähnlich gut, ihr könnt euch also auch treiben lassen. Bezahlt wird fast überall mit Karte.

Gegen Abend fällt das Wasser zurück, die Buhnen kommen frei, und über der Ostsee steht ein Regenbogen. Wir laufen den Strand nach Westen, vorbei an den großen Buchstaben, die dort als Fotopunkt aufgestellt sind, bis die Sonne ins Wasser fällt.

Tag 2: Mit dem Wikingerschiff in den Sonnenuntergang

Was an der polnischen Ostsee einfach dazugehört, ist eine Schiffsfahrt. Vom Ende des Molo legen mehrere Ausflugsboote ab, und eines davon ist schwer zu übersehen: ein Nachbau eines Wikingerschiffs, mit Drachenkopf am Bug und bunten Rundschilden entlang der Bordwand. Am Vortag war es an uns vorbeigefahren, während wir am Strand saßen. Diesmal standen wir auf der anderen Seite.

Das Schiff heißt Viking III und liegt bei gutem Wetter am Ende der Seebrücke. Die Rundfahrten dauern rund 45 Minuten und werden von 11 Uhr morgens bis zum Sonnenuntergang angeboten. Wir haben uns natürlich für die letzte Tour entschieden.

Tyson war selbstverständlich mit an Bord – an der Leine, wie überall. Das war überhaupt kein Thema, und er hat die Fahrt deutlich entspannter genommen als so manchen Strandspaziergang. An Bord liegen außerdem Wikingerhelm und Holzschwerter bereit, eigentlich für die Kinder gedacht. Robert konnte trotzdem nicht widerstehen, und ehrlich gesagt hätten wir es auch merkwürdig gefunden, wenn er es nicht getan hätte.

Der eigentliche Grund für die Abendtour kam dann aber zum Schluss. Vom Wasser aus sieht man die ganze Küste: den hellen Sandstreifen, dahinter die bewaldete Steilküste des Wolin-Nationalparks, die Hotels als kleine weiße Blöcke. Und während das Schiff zurück Richtung Molo dreht, sinkt die Sonne ins Meer. Das schönste Bild des Abends ist uns durch eine der runden Öffnungen in der Bordwand gelungen.

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Tipp für Hundebesitzer: Tyson durfte ohne Diskussion mit an Bord, angeleint versteht sich. Bei anderen Reedereien an der Küste gelten teils eigene Regeln bis hin zur Maulkorbpflicht, fragt im Zweifel kurz an der Kasse nach. Und generell: Die Abfahrten hängen vom Wetter ab – bei Sturm bleibt das Schiff im Hafen von Swinemünde, dann fällt die Tour in Misdroy aus. Wer den Sonnenuntergang mitnehmen will, fragt tagsüber am Molo nach der letzten Abfahrt, die verschiebt sich im Lauf der Saison mit der Sonne nach vorn.

Tag 3: Kutter, Beachclub und Musik auf dem Molo

Der dritte Tag beginnt gemütlich auf der Promenade. Ein Brunnen, eine Wand mit gemalten Engelsflügeln, vor der sich eine kleine Schlange für Fotos bildet – und dann ein Laden, in dem wir deutlich länger hängen geblieben sind als geplant.

Krówki: Polens Nationalsüßigkeit in gefühlt hundert Sorten

Wenn es eine Süßigkeit gibt, die für Polen steht, dann sind es Krówki. Der Name heißt übersetzt „kleine Kühe“, und daher kommt auch das klassische Papierchen mit der Kuh darauf. Im Kern ist es ein weiches Karamellbonbon mit Sahne, außen fest, innen fast cremig.

Was wir vorher nicht wussten: Es gibt sie längst nicht mehr nur in der Sahne-Variante. In diesem Laden zog sich eine ganze Wand voller durchsichtiger Spender über die komplette Ladenbreite, jede Sorte mit einem kleinen Kuh-Schild beschriftet – Schokolade, Kaffee, Nuss, verschiedene Fruchtsorten, gesalzenes Karamell und noch einiges mehr. Man nimmt sich eine Tüte und füllt selbst ab, bezahlt wird nach Gewicht: 11,90 Złoty pro 100 Gramm, also rund 2,75 Euro.

Wand mit durchsichtigen Spendern voller bunter Krówki in einem Süßwarenladen in Misdroy, davor offene Schalen und ein Schild mit dem Preis pro 100 Gramm
Eine ganze Wand voller Krówki – Selbstbedienung, 11,90 Złoty pro 100 Gramm.

Natürlich haben wir zugeschlagen – und zwar ordentlich, schließlich wollten die Daheimgebliebenen auch etwas davon haben. Als Mitbringsel funktionieren Krówki hervorragend: Sie sind leicht, halten sich, und man kann bunt mischen, sodass jeder seine Lieblingssorte findet.

Der Laden heißt Candy Trendy Shop und liegt mitten auf der Promenade, ein paar Schritte vom Molo entfernt. Vergleichbare Läden gibt es in Misdroy mehrere – hineingehen lohnt sich in jedem, allein wegen der Farben.

Dann runter an den Strand, dorthin, wo die Kutter liegen. Die cremefarbene MIZ-31 und die grüne MIZ-4 stehen hier im Sand, das Kennzeichen MIZ steht für Międzyzdroje. Die Boote sind keine Deko, sondern Arbeitsgerät – einen Hafen gibt es in Misdroy nicht, die Kutter werden direkt über den Strand ins Wasser gebracht. Und die Fischbuden tragen dieselben Nummern: Die Smażalnia MIZ-30, in der wir gegessen haben, heißt nach einem Kutter – nur eben nicht nach einem von denen, die an unseren Tagen im Sand lagen. Kürzer wird der Weg vom Boot auf den Teller trotzdem kaum.

Natürlich gab es wieder Dorsz. Zwei Teller, zwei Bier, ein Holztisch mit Blick aufs Wasser. Wir sind da völlig schmerzfrei: In Misdroy essen wir kiloweise Fisch, und wenn es gut läuft, jeden Tag denselben. Nachmittags haben wir uns dann in einen der Beachclubs gesetzt, auf Loungebetten zwischen Blumenranken, und einfach nichts getan.

Ein neues Denkmal an der Allee der Stars

Auf dem Rückweg sind wir an einem Denkmal vorbeigekommen, das damals fast noch nach Bronze roch: Irena Szewińska, siebenfache Olympiamedaillengewinnerin, steht auf einem Siegerpodest und winkt den Spaziergängern zu. Enthüllt wurde die Figur am 17. August 2025 – wir standen also keine zwei Wochen später davor. Der Platz ist gut gewählt, denn hier verläuft die Aleja Gwiazd, Polens Antwort auf den Walk of Fame, wo sich seit Jahren Filmstars mit Handabdrücken in Bronze verewigen.

Eines der besten Beef Tatar, die wir je gegessen haben

Am Abend sind wir dann essen gegangen, ins Baron am plac Neptuna, ein paar Schritte hinter der Promenade. Daraus wurde die kulinarische Überraschung des ganzen Aufenthalts. Wir sind bekennende Tatar-Fans und bestellen es fast immer, wenn es auf der Karte steht. Entsprechend haben wir einen Vergleich – und dieses hier gehört ohne Frage zu den besten, die wir je auf dem Teller hatten.

Das Fleisch war von Hand geschnitten statt gewolft, würzig, ohne von Zwiebeln erschlagen zu werden. Obenauf ein rohes Eigelb, drumherum Pfifferlinge, Kapern, hauchdünne Radieschen und frische Kräuter, dazu etwas dunkles Krümelwerk als Kontrast. Serviert auf einem rustikalen Keramikteller, dazu geröstetes Brot in einer Holzschale. Wir haben ehrlich gesagt erst einmal fotografiert, bevor wir uns getraut haben, das Ganze kaputt zu machen.

Wer also denkt, an der polnischen Ostsee gebe es nur Fisch und Pommes: nein. Es geht hier auch richtig gut in fein – und für das, was auf den Teller kommt, sind die Preise im Vergleich zu Deutschland immer noch freundlich. Das Baron liegt etwas abseits vom Trubel der Promenade, hat täglich ab 10 Uhr geöffnet und kommt bei knapp 1.900 Bewertungen auf 4,6 Sterne.

Am Abend dann Molo bei Nacht. Auf der Seebrücke liegt eine Bar, aus der Musik dröhnt, davor tanzen Leute im Licht der bunten Scheinwerfer. Tyson fand das mäßig spannend und hat auf dem Arm abgewartet, bis wir fertig waren.

Mit Hund in Misdroy im Sommer

Das ist der eine Punkt, an dem der Sommer schwieriger ist als der Winter. Zwischen dem 1. Juni und dem 30. September sind Hunde an den bewachten Hauptstränden von Misdroy nicht erlaubt. Freigegeben sind die Strandabschnitte L und M in der Nähe des Hotels Golden Tulip, erkennbar am Schild „Plaża dla psów“. Steht dort „Zakaz dla psów“, heißt das Hundeverbot.

  • Leine: An öffentlichen Orten gilt in Polen offiziell Leinenpflicht, auch am Strand. Am Hundestrand wird das lockerer gehandhabt, verlassen würden wir uns darauf nicht.
  • Wasser: Im August hat die Ostsee hier gut 20 Grad – für Tyson deutlich angenehmer als unser Dezember-Besuch.
  • Schiffsfahrt: Auf dem Wikingerschiff vom Molo war Tyson angeleint ohne Weiteres willkommen – eine gute Alternative, wenn der Strand gerade tabu ist.
  • Schatten: Der Strand ist weit und schattenlos. Wir sind mit Tyson früh morgens und am späten Nachmittag los, mittags blieb er im kühlen Camper.
  • Promenade: Auf der Promenade und dem Molo sind Hunde an der Leine kein Problem, auch die Fischbuden und die meisten Lokale draußen sind entspannt.
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Tipp: Die Schilder hängen an den nummerierten Strandzugängen. Einmal kurz hinschauen, bevor ihr runtergeht – das erspart im Zweifel 500 Złoty Bußgeld.

Die Alternative zum Strand: der Holzsteg über den Dünen

Man muss in Misdroy gar nicht zwingend über den Sand laufen. Parallel zum Meer führt ein Holzsteg über die Dünenkämme, auf Polnisch kładka genannt. Er ist inzwischen rund zwei Kilometer lang und reicht vom Molo aus in beide Richtungen – nach Westen auf dem ältesten, 950 Meter langen Abschnitt von 2018, nach Osten über den Strandzugang B bis hinunter zur Fischerbasis.

Der Steg ist drei bis vier Meter breit und steht auf Pfählen über den Dünen, damit die Natur darunter unberührt bleibt. Unterwegs gibt es immer wieder Aussichtsplattformen mit Bänken, dazu Treppen und Rampen hinunter an den Strand. Weil alles barrierefrei geplant wurde, kommt man auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl gut durch, und Radfahrer passen ebenfalls problemlos vorbei.

Für uns mit Tyson ist das die entspannteste Variante, wenn unten am Wasser viel los ist: fester Untergrund unter den Pfoten, in den bewaldeten Passagen Schatten, dazu die ganze Zeit freier Blick auf die Ostsee. Das letzte Stück zwischen den Zugängen B und A wurde erst vor der Saison 2025 fertig – bei unserem Besuch war es also nagelneu.

Alles Weitere zu Einreise, Papieren und Hundestränden an der polnischen Küste haben wir auf unserer Länderseite Polen mit dem Wohnmobil gesammelt.

Unser Stellplatz: Parking an der Komunalna

Im Hochsommer einen Platz direkt an der Promenade zu bekommen, kann man vergessen. Wir standen deshalb etwas außerhalb auf dem bewachten Parkplatz in der Komunalna 3, direkt neben dem Lidl. Rund 50 Plätze, ganzjährig geöffnet, Personal vor Ort und ein ruhiges Gefühl beim Einschlafen.

Parking Międzyzdroje 24h
AdresseKomunalna 3, 72-500 Międzyzdroje
Preis55 zł für den Camper plus 30 zł pro Person
Für zwei Personen115 zł pro Nacht, also rund 27 Euro
Plätzerund 50, auch für große Fahrzeuge
SanitärDuschen und Toiletten, im Winter geschlossen
Zum Moloca. 700 m, gut 10 Minuten zu Fuß
Geöffnetdas ganze Jahr
⚠️

Achtung: Bezahlt wird ausschließlich in bar. Rechnet den Personenzuschlag mit ein – aus den auf den ersten Blick günstigen 55 Złoty werden zu zweit schnell 115 Złoty pro Nacht.

Der große Vorteil der Lage: Der Supermarkt ist direkt nebenan, Einkaufen wird damit zur Zwei-Minuten-Sache. Der Weg in die Stadt führt gemütlich durch den Ort, und abends läuft man ohnehin gerne. Alle Plätze, an denen wir selbst gestanden haben, findet ihr auf unserer Stellplätze-Seite.

Sommer oder Winter? Unser ehrlicher Vergleich

Wir kennen Misdroy inzwischen in beiden Extremen, und ehrlich gesagt haben beide ihre Berechtigung. Es kommt darauf an, wonach euch der Sinn steht.

Sommer (Ende August)Winter (Anfang Dezember)
Stimmungvoll, laut, Musik bis nachtsfast menschenleer, sehr ruhig
BadenOstsee bei rund 20 Gradnur für Hartgesottene
Hund am Strandnur Abschnitte L und Mpraktisch überall entspannt
Stellplatzweiter außerhalb, 115 zł für zweizentraler, 70 zł
Fischbudenalle offen, teils Schlangereduziert, aber offen
Sanitär am PlatzDuschen und WC vorhandengeschlossen
ExtraBeachclubs, SonnenuntergängeWeihnachtslichter in der ganzen Stadt

Wer baden und Trubel will, kommt im Sommer. Wer den Strand für sich haben möchte, fährt im Winter – wie das aussieht, lest ihr in unserem Bericht Misdroy im Winter mit dem Wohnmobil. Unser persönlicher Favorit bleiben trotzdem Mai, Juni und September: warm genug, aber ohne das Gedränge der Schulferien.

Praktisches auf einen Blick

115 złStellplatz Komunalna 3 pro Nacht für zwei (55 zł Camper + 30 zł pro Person), nur bar
ca. 150 złzwei Portionen Fisch an der Promenade
11,90 złKrówki pro 100 g zum Selbstabfüllen
bis 500 złBußgeld, wenn der Hund am falschen Strandabschnitt ist

Unsere eigenen Preise vom Sommer, 1 € ≈ 4,30 zł. Preise können sich ändern.

  • Anfahrt: Von der Grenze bei Swinemünde sind es rund 10 Kilometer. Die Schnellstraße S3 ist für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen mautfrei.
  • Bezahlen: Karte funktioniert fast überall, nur der Stellplatz und die öffentlichen Toiletten wollen Bargeld.
  • Geld: Am Terminal immer in Złoty abrechnen lassen, nie in Euro – der Kurs am Automaten ist fast immer schlechter.
  • Parken in der Stadt: Tagsüber ist in Strandnähe kaum etwas frei. Mit dem Camper lohnt es sich, gleich stehen zu bleiben und zu laufen.
  • Essen: Die Fischbuden an der Promenada Gwiazd sind Selbstbedienung, Plastikgeschirr inklusive. Für einen richtigen Restaurantabend geht es eher Richtung Promenade.
  • Sprache: In den Lokalen und Läden kommt man mit Deutsch fast immer durch.

Unser Fazit

Misdroy im Hochsommer ist laut, voll und ein bisschen kitschig – und wir würden sofort wieder hinfahren. Es ist dieser Mix aus breitem Strand, Kuttern im Sand, Räucherfischduft und einer Seebrücke, auf der abends getanzt wird, der den Ort für uns unverwechselbar macht. Wer Ruhe sucht, sollte die Schulferien meiden oder gleich im Winter kommen. Wer polnische Ostsee in voller Lautstärke erleben will, ist Ende August genau richtig.

Für uns bleibt Misdroy das, was es seit Jahren ist: der Ort, an den wir immer wieder zurückkommen – egal bei welchem Wetter.

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Häufige Fragen zu Misdroy im Sommer

Wo kann man in Misdroy mit dem Wohnmobil stehen?

Wir standen auf dem bewachten Parkplatz in der Komunalna 3 direkt am Lidl, rund zehn Gehminuten vom Molo entfernt. Er kostet 55 Złoty für den Camper plus 30 Złoty pro Person, ist ganzjährig geöffnet und hat im Sommer Duschen und Toiletten. Freistehen ist in Polen offiziell verboten und wird an der Küste kontrolliert.

Darf mein Hund in Misdroy an den Strand?

Zwischen dem 1. Juni und dem 30. September nur an den ausgewiesenen Hundeständen, den Abschnitten L und M in der Nähe des Hotels Golden Tulip. Außerhalb der Saison sind die Regeln deutlich lockerer.

Was kostet Fisch an der Promenada Gwiazd?

Für zwei Portionen gebackenen Fisch mit Beilagen solltet ihr mit rund 150 Złoty rechnen, also etwa 35 Euro. Geräucherter Fisch zum Mitnehmen ist deutlich günstiger und wird nach Gewicht verkauft.

Welchen Fisch sollte man in Misdroy bestellen?

Dorsz, also Dorsch beziehungsweise Kabeljau, am besten als Filet – für uns die klare Nummer eins, und das nach Jahren des Ausprobierens. Das Fleisch ist fest und blättrig statt matschig, die Panade an der Promenada Gwiazd ist hauchdünn und knusprig, und der Fisch kommt frisch von den Kuttern, die direkt daneben im Sand liegen. Wer es kräftiger mag, nimmt zusätzlich geräucherte Makrele zum Mitnehmen.

Wann ist die beste Reisezeit für Misdroy?

Im Juli und August ist Hochsaison mit vollen Stränden und den höchsten Preisen. Wir empfehlen Mai, Juni und September. Wer es ganz ruhig mag, kommt im Winter – dann ist allerdings kaum etwas geöffnet.

Wie weit ist Misdroy von Swinemünde entfernt?

Rund 10 Kilometer über die Schnellstraße S3, also gut eine Viertelstunde Fahrt. Für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen ist diese Strecke mautfrei.

Kann man in Misdroy mit Karte bezahlen?

In Läden, Lokalen und an den Fischbuden fast immer. Bargeld braucht ihr für den Stellplatz und für die öffentlichen Toiletten.

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