Misdroy im Winter mit dem Wohnmobil: Stellplatz, Preise und Erfahrungen

Nach zwei Monaten Pause hieß es im Dezember endlich wieder: Zündschlüssel rumdrehen und ab dafür. Über einen Zwischenstopp auf dem Weihnachtsmarkt in Potsdam (eigener Beitrag folgt!) ging es direkt zu unserem „All-Time-Favorite“: Misdroy (Międzyzdroje).
Was uns erwartet hat: ein Parkplatz, der jetzt Geld kostet, ein leerer Strand, jede Menge Weihnachtslichter und das beste Fischessen des Jahres.
Wir kennen den Ort in- und auswendig vom Sommer. Aber Misdroy im Winter? Das war ein Experiment.
Misdroy im Winter auf einen Blick
Der Stellplatz: Winterparken kostet jetzt
Erste Erkenntnis: Der Mythos „Winterparken ist umsonst“ ist tot. Früher waren die Parkuhren ab Oktober abgeklebt, jetzt wird kassiert.
Wir standen auf einem einfachen Parkplatz in der Krótka 7B, 72-500 Międzyzdroje. Was den Platz für uns gerettet hat: Der Untergrund war so eben, dass wir die Keile gar nicht erst rausholen mussten – Motor aus, Handbremse, fertig. Ruhig war es außerdem, keine Durchgangsstraße direkt am Ohr, und wir haben uns zu keinem Zeitpunkt unwohl gefühlt. Für 70 Złoty (ca. 16–17 €) ohne jede Infrastruktur ist das trotzdem kein Schnäppchen, aber wir haben ruhig geschlafen.
Bezahlen in Polen: Karte fast überall, Münzen fürs Klo
Bezahlt haben wir unkompliziert mit Karte. Überhaupt braucht man in Polen kaum noch Bargeld – Karte geht praktisch überall, oft sogar beim Bäcker um die Ecke. Die einzige Ausnahme: Wenn man mal muss. Für die öffentliche Toilette braucht es Münzen, teilweise bis zu vier Złoty. Da haben wir irgendwann angefangen zu rechnen – für das Geld sitzt man auch in der Kneipe bei einem Bier, und die Toilette ist im Preis inbegriffen. Ein paar Groschen im Handschuhfach schaden trotzdem nicht.
Warum wir im Winter kommen
Der Vibe ist im Winter komplett anders. Keine Menschenmassen auf der Promenade, keine Musikbeschallung. Die Seebrücke, auf der man sich im Juli fast auf die Füße tritt, hatten wir für uns allein. Unser Hund Tyson konnte am Strand rennen, ohne Slalom um Handtücher laufen zu müssen. Dazu die Weihnachtsdeko in der leeren Stadt – das hat schon was, aber dazu gleich mehr.

Weihnachtsstimmung: Misdroy im Lichterglanz
Im Dezember wird es schon gegen vier Uhr dunkel – und genau dann zeigt sich Misdroy von seiner schönsten Winterseite. Ehrlich gesagt hätten wir nicht erwartet, wie viel Mühe sich ein Ort mit gerade mal rund 5.500 Einwohnern gibt: Überall funkelt es, Lichterketten in den Bäumen, leuchtende Figuren und immer wieder beleuchtete Fotorahmen, die geradezu nach einem Erinnerungsfoto rufen.
Es hat uns richtig Spaß gemacht, abends einfach ohne Ziel durch den Ort zu schlendern und zu schauen, was hinter der nächsten Ecke leuchtet – ganz ohne das Gedränge, das man von großen Weihnachtsmärkten kennt. Das Highlight ist der riesige Lichter-Weihnachtsbaum mit dem Schriftzug „Międzyzdroje“. Davor steht ein leuchtender Rahmen, in den man sich hineinstellen kann. Eva war natürlich sofort drin, Robert hat das Selfie übernommen. Ein paar Schritte weiter im Park wartete der nächste Fotorahmen, und diesmal durfte auch Tyson mit aufs Bild.


Tipp für die Adventszeit: Wer echte Weihnachtsmarkt-Stimmung sucht, kommt besser etwas später im Dezember. 2025 fand der Weihnachtsmarkt (Jarmark Świąteczny) am 20. Dezember im Amphitheater statt – mit Ständen voller Christbäume und Deko und einem Vorgeschmack auf das polnische Heiligabend-Essen. Zum Nikolaustag am 6. Dezember gibt es die „Mikołajki“ mit Programm an der Aleja Gwiazd, und an Silvester steigt im Amphitheater eine Party bei freiem Eintritt. Wir waren am 7. und 8. Dezember da – den Markt haben wir also verpasst, die Lichter aber voll mitgenommen. Die Termine ändern sich jedes Jahr, am besten vorher auf miedzyzdroje.pl nachschauen.
Neu an der Promenade: Irena Szewińska auf dem Siegerpodest
Auch tagsüber lohnt der Bummel. Am nächsten Morgen haben wir bei Sonne an der Promenade ein Denkmal entdeckt, das es erst seit Kurzem gibt: Irena Szewińska, eine der größten Leichtathletinnen aller Zeiten, steht dort in Bronze auf einem Siegerpodest und winkt den Spaziergängern zu. Die Statue wurde im August 2025 enthüllt und ist das erste Denkmal für sie in ganz Polen. Szewińska hat bei Olympischen Spielen sieben Medaillen gewonnen, drei davon in Gold, und ist Ehrenbürgerin von Misdroy. Der Marmor für das Podest wurde extra aus Cassino in Italien geholt – und als wir da waren, lagen frische Blumen mit rot-weißer Schleife davor.

Der Standort ist kein Zufall: Die Figur steht direkt an der Aleja Gwiazd, der „Allee der Stars“. Misdroy ist in Polen als Stadt der Filmstars bekannt, beim Festival der Stars hinterlassen Schauspielerinnen und Schauspieler hier seit Jahren ihre Handabdrücke in Bronze – quasi der polnische Walk of Fame. Passend dazu steht auf dem Sockel „Międzyzdroje – miasto gwiazd“, die Stadt der Stars.
Das Highlight: Dorsch statt Döner
Egal wie kalt es war, unser Pflichttermin stand fest: das Stammlokal. Wir hatten Sorge, dass außerhalb der Saison alles dicht ist, aber Pustekuchen – unser Lieblings-Fischrestaurant hat 7 Tage die Woche offen.
Die Besitzer haben uns sogar wiedererkannt, so viel Herzlichkeit erlebt man selten. Auf den Tisch kamen 600 Gramm Dorsch (frisch gefangen!), dazu die genialen polnischen Salate und für jeden zwei große Biere zu je 12 Złoty – also drei Toilettengänge, wie wir inzwischen zu rechnen gelernt hatten. Bezahlt haben wir für alles zusammen rund 40 €. Für diese Qualität und Menge absolut fair. Und ganz ehrlich: Der frische Fisch schmeckt im warmen Restaurant noch besser, wenn man weiß, dass draußen der Ostwind pfeift.

Praktisches (Stand Dezember 2025)
Unsere eigenen Preise vom Dezember 2025. Bezahlt haben wir fast überall mit Karte. Preise können sich ändern.
Fazit: Für wen lohnt sich Misdroy im Winter?
Wer Infrastruktur, Strom und Ver-/Entsorgung braucht, ist hier falsch. Wer autark steht und leere Strände will, richtig. Man sollte allerdings wissen, worauf man sich einlässt: kein Service, Parkgebühr trotzdem, und bei Wind kommt die Ostsee ungefiltert.
Uns hat es gereicht – wir kommen wieder. Der leere Ort, die Lichter am Abend, der Strand ohne Menschen und der Dorsch im warmen Restaurant sind ein Winterprogramm, das im Sommer so nicht funktioniert.
Alles Wichtige für eure eigene Tour – Maut, Verkehrsregeln, Freistehen und Hundestrände – haben wir auf unserer Länderseite Polen mit dem Wohnmobil zusammengefasst.
Wie Misdroy im Sommer aussieht, lest ihr in unserem Beitrag Misdroy im Sommer mit Hund. Den Parkplatz in der Krótka 7B und weitere Plätze findet ihr in unserer Stellplatz-Übersicht, alles Wichtige zu Polen auf unserer Seite Polen.
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Häufige Fragen zu Misdroy im Winter
Kostet Parken in Misdroy auch im Winter?
Ja. Früher waren die Parkuhren ab Oktober abgeklebt, inzwischen wird auch im Winter kassiert. Wir haben im Dezember 2025 für eine Nacht auf dem Parkplatz in der Krótka 7B 70 Złoty bezahlt, ca. 16–17 €.
Gibt es am Parkplatz Strom oder Entsorgung?
Nein, der Parkplatz in der Krótka 7B hat keinerlei Infrastruktur. Wer Strom, Wasser und Entsorgung braucht, ist dort falsch. Dafür ist der Untergrund eben und es war nachts ruhig.
Haben Restaurants in Misdroy im Winter geöffnet?
Nicht alle, aber unser Lieblings-Fischrestaurant hatte auch im Dezember sieben Tage die Woche offen.
Wann ist der Weihnachtsmarkt in Misdroy?
2025 fand der Jarmark Świąteczny am 20. Dezember im Amphitheater statt. Die Termine ändern sich jedes Jahr, am besten vorher auf miedzyzdroje.pl nachsehen.
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