Länder-Info · Frankreich

Frankreich mit dem Camper: Aires, Maut und Flammkuchen

Für uns das Land auf dem Weg nach Spanien – und viel mehr als das. Was du über Maut, Crit’Air, Aires und Freistehen wissen musst, aus unseren eigenen Fahrten, nicht aus dem Reiseführer.

0 €Maut auf unserem Hinweg122,30 €Maut zurück über die Autobahn5Berichte aus Frankreich
Eva mit Tyson am Fuß der Dune du PilatDune du Pilat, Atlantikküste

Frankreich ist für uns vor allem das Land, durch das wir jeden Winter auf dem Weg nach Spanien fahren – und an dem wir viel zu selten anhalten. Wenn wir es tun, lohnt es sich: Colmar im Elsass war die erste Station unserer großen Tour 2022, die Dune du Pilat am Atlantik die zweite. Hier sammeln wir, was ihr vor einer Fahrt durch Frankreich wissen solltet: Maut und wie man sie umgeht, Crit’Air und Umweltzonen, Tempolimits, Aires und die Regeln fürs Übernachten.

Achtung – unbedingt beachten

Nie auf Autobahnraststätten übernachten

Das ist uns wichtiger als alles andere auf dieser Seite: Auf Rastplätzen an den französischen Autobahnen, besonders auf den Strecken Richtung Spanien, werden immer wieder Wohnmobile nachts aufgebrochen und ausgeraubt – häufig, während die Insassen schlafen. Auch der ADAC rät ausdrücklich davon ab, an Raststätten zu übernachten.

Wir selbst haben das noch nie gemacht und würden es uns auch nicht trauen. Auf Stellplätzen haben wir zu viele Camper-Kollegen getroffen, die müde auf dem Rastplatz geschlafen haben und ausgeraubt wurden. Einige Betroffene berichten sogar, sie seien vorher mit Gas betäubt worden – nachweisen ließ sich das bisher nicht, die Einbrüche selbst sind aber real.

Quelle zur Empfehlung: ADAC-Ratgeber „Diebstahl und Einbruch im Urlaub“. Im Notfall: Notruf 112 (Polizei 17).

Frankreich auf einen Blick

Die wichtigsten Eckdaten zum schnellen Nachschlagen kurz vor der Abfahrt. Stand: September 2026 – Preise und Regeln ändern sich, im Zweifel vor der Fahrt kurz prüfen.

MautAutobahnen mit Mautstellen, Wohnmobile meist Klasse 2 – mautfrei über die A75 möglich
Tempo bis 3,5 t130 Autobahn (Regen 110), 110 Schnellstraße, 80 Landstraße, 50 innerorts
UmweltplaketteCrit’Air für Umweltzonen (ZFE) wie Lyon, Paris oder Grenoble – 5,11 € nur auf certificat-air.gouv.fr
Promille0,5 – für Fahranfänger in den ersten drei Jahren 0,2
ÜbernachtenAires de camping-car und über 800 Plätze von Camping-Car Park – nie an Autobahnraststätten
HundChip, EU-Heimtierausweis, Tollwutimpfung – Kampfhunde der Kategorie 1 dürfen nicht einreisen
Notruf112

Beste Reisezeit für Frankreich

Wir fahren Frankreich meistens im Winter durch, auf dem Weg zu unseren vier Wochen Spanien im Februar – und einmal im September, als wir in Colmar und an der Dune du Pilat waren. Beides hat gut funktioniert: Anfang September war die Hauptsaison vorbei, die Temperaturen angenehm und an der Düne deutlich weniger los als im Hochsommer.

Juli und August sind in Frankreich Ferienzeit. An der Küste sind Aires und Campingplätze dann voll, und an den Samstagen im Sommer staut es sich auf den Autobahnen Richtung Süden. Wer die Wahl hat, fährt im Frühjahr oder Herbst.

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Winter und Loi Montagne: Vom 1. November bis 31. März gilt in 34 Départements in festgelegten Gemeinden eine Winterausrüstungspflicht – Reifen mit Alpine-Symbol (3PMSF) oder Schneeketten beziehungsweise Schneesocken an Bord. Betroffen sind auch Puy-de-Dôme, Cantal, Lozère und Aveyron, durch die die A75 führt. Ein Bußgeld dafür ist bisher nicht festgelegt, die Polizei kann dich aber an der Weiterfahrt hindern. Reine M+S-Reifen reichen seit November 2024 nicht mehr.

Maut in Frankreich

Die meisten französischen Autobahnen sind mautpflichtig. An der Auffahrt zieht man ein Ticket, an der Ausfahrt wird abgerechnet – mit Kreditkarte, bar oder per Télépéage-Box, mit der man ohne Anhalten durch die Schranke fährt. Wie viel ihr zahlt, hängt von der Fahrzeugklasse ab.

KlasseFahrzeugTypisch für
1bis 2 m Höhe und bis 3,5 tPkw, niedrige Vans
22 bis 3 m Höhe und bis 3,5 tdie meisten Kastenwagen und Wohnmobile
3 / 4über 3 m Höhe oder über 3,5 tgroße Wohnmobile, Liner
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Schrankenlose Maut: Auf einigen Strecken wie der A79 und zunehmend auf A13/A14 in der Normandie gibt es keine Mautstellen mehr, sondern Kamerabrücken („flux libre“). Ohne Box müsst ihr innerhalb von 72 Stunden online beim Betreiber bezahlen. Wer das verpasst, bekommt einen Zahlungsbescheid: Zahlst du innerhalb von 15 Tagen, kommen 10 € dazu, danach 90 €.

Mautfrei nach Spanien – unsere Route

Im Winter 2026 haben wir es ausprobiert: von der Rheinbrücke Neuenburg–Chalampé über Vichy und die mautfreie A75 durch das Zentralmassiv, den Viadukt von Millau umfahren, weiter nach Le Barcarès und über den Col de Belitres nach Spanien – ohne einen Cent Maut. Übernachtet haben wir unterwegs an einem Platz am Fluss für 13,50 € und kurz vor der Grenze für 9 €. Zurück sind wir Autobahn gefahren und haben 122,30 € Maut bezahlt.

0 €Maut auf unserer mautfreien Route (Winter 2026)
122,30 €Maut auf dem Rückweg über die Autobahn
13,50 ۆbernachtung am Fluss unterwegs
9 ۆbernachtung kurz vor der spanischen Grenze

Unsere eigenen Kosten vom Winter 2026. Alle Posten der Anreise im Vergleich findet ihr in unserem Kosten-Ratgeber Überwintern.

Ob sich das lohnt, hängt vor allem von eurer Zeit ab: Die Landstraße kostet Fahrzeit, spart aber Geld und zeigt euch ein Frankreich, das man von der Autobahn nie sieht. Alle Etappen, Stellplätze, Mautpreise je Abschnitt und einen Maut-Rechner findest du in unserem Beitrag Mautfrei nach Spanien mit dem Wohnmobil.

Panne auf der Autobahn: Auf französischen Autobahnen darfst du nicht deinen eigenen Pannendienst rufen. Wie das abläuft und was du zurückbekommst, steht auf unserer Seite Notfall im Ausland: Panne, Arzt, Tierarzt.

Verkehrsregeln und Bußgelder

Für Wohnmobile gelten je nach Gewicht unterschiedliche Tempolimits. Entscheidend ist die zulässige Gesamtmasse, nicht das tatsächliche Gewicht.

StraßentypWohnmobil bis 3,5 tWohnmobil über 3,5 t
Innerorts50 km/h50 km/h
Landstraße80 km/h (teils 90 km/h, beschildert)80 km/h
Schnellstraße110 km/h (Regen 100)100 km/h
Autobahn130 km/h (Regen 110)110 km/h

Bei Regen und für Fahranfänger in den ersten drei Jahren gelten auf Autobahn und Schnellstraße niedrigere Grenzen. Die Bußgelder sind deutlich höher als in Deutschland (Stand September 2026):

VerstoßBußgeld
Zu schnell, unter 20 km/h (innerorts)135 €
Zu schnell, unter 20 km/h (außerorts)68 €
Zu schnell, 20 bis 50 km/h135 €
Zu schnell, 50 km/h und mehrStraftat: bis 3.750 € und bis 3 Monate Haft (seit 29.12.2025)
0,5 bis 0,8 Promille135 €
Über 0,8 PromilleStraftat: bis 9.000 € und bis 3 Jahre Haft
Fahren ohne Crit’Air in einer Umweltzone68 €
  • Warnweste: muss griffbereit im Fahrzeug liegen und beim Aussteigen nach Panne oder Unfall getragen werden.
  • Toter-Winkel-Aufkleber: Wohnmobile über 3,5 t brauchen die Aufkleber „Angles morts“ an beiden Seiten und hinten.
  • Radarwarner: Mitführen und Benutzen ist verboten.

Crit’Air und Umweltzonen

In Frankreichs Umweltzonen (ZFE) braucht ihr die Crit’Air-Plakette – auch mit deutschem Kennzeichen. Der Versuch, die Zonen abzuschaffen, ist im Mai 2026 vor dem Verfassungsrat gescheitert, sie bleiben also bestehen. In Lyon dürfen Fahrzeuge mit Crit’Air 3 seit Januar 2025 nicht mehr in die Zone (Bußgeld 68 €). In Paris gelten Einschränkungen montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr, Bußgelder frühestens ab 2027. In Grenoble gibt es Bußgelder frühestens ab Juli 2027. Colmar hat derzeit keine Umweltzone.

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Plakette bestellen: Nur auf der offiziellen Seite certificat-air.gouv.fr – dort kostet sie mit Versand ins Ausland 5,11 €. Drittanbieter verlangen oft 15 € und mehr. Der Versand dauert laut Behörde etwa 10 Werktage, ins Ausland oft länger. Nach etwa einem Tag kommt per E-Mail eine Rechnung mit Abbild der Plakette – ausdrucken und bis zur Zustellung ins Fahrzeug legen.

Geld, Tanken und Gas

Bezahlt wird mit Euro, Karte geht praktisch überall – auch an den Mautstellen. Am günstigsten tankt ihr in der Regel an den Tankstellen der großen Supermärkte wie Leclerc, Intermarché, Carrefour oder Super U. Nachts und sonntags laufen viele davon als Automat. Nicht jeder Automat nimmt deutsche Karten – fahrt also nicht mit leerem Tank dorthin. Diesel heißt in Frankreich „Gazole“.

Beim Gas wird es komplizierter: Deutsche Gasflaschen könnt ihr in Frankreich nicht tauschen, französische Flaschen brauchen einen passenden Adapter. Wer nur durchfährt, plant am besten so, dass die Flasche von zu Hause bis ans Ziel reicht. Wie wir das Gas-Thema in Spanien lösen, steht in unserem Gas-Ratgeber.

Stellplätze, Aires und Freistehen

Frankreich hat ein sehr dichtes Stellplatznetz. Viele Gemeinden haben eine „Aire de camping-car“ – manche nur mit Ver- und Entsorgung, viele auch mit Plätzen zum Übernachten, oft kostenlos oder für wenige Euro. Dazu kommt das Netz von Camping-Car Park mit über 800 Plätzen: Einfahrt per Karte (einmalig 5 €) oder App, Schranke, bezahlt wird pro 24 Stunden. Bei unserem Platz in Beaufort-Orbagna (Februar 2026) waren Strom und Wasser im Preis enthalten.

Auf unserer mautfreien Route haben wir für 13,50 € und 9 € übernachtet, in Colmar standen wir 2022 frei am Straßenrand. Wie das Camping-Car-Park-System genau funktioniert – Karte, App, Code und Automat –, erklären wir Schritt für Schritt in unserem Beitrag Camping-Car Park erklärt und ausführlich in unserem Rückfahrt-Video.

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Wichtig: Übernachtet nie auf Autobahnraststätten – dort wird immer wieder in Wohnmobile eingebrochen. Warum das so wichtig ist und wie ihr sicher übernachtet.

Darf man in Frankreich frei stehen?

Ein Wohnmobil gilt in Frankreich als normales Fahrzeug. Wo Parken erlaubt ist, dürft ihr auch parken und darin schlafen – höchstens sieben Tage am selben Platz (Art. R417-12 Code de la route). Örtliche Verbote und Höhenbegrenzungen gehen vor. Verboten ist das „Campen“: Stützen ausfahren, Markise raus, Tisch und Stühle vor die Tür.

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Auf Schilder achten: Viele Gemeinden, besonders an der Küste, verbieten Wohnmobile per Schild („interdit aux camping-cars“) oder mit Höhenbegrenzungen an den Parkplätzen. An der Dune du Pilat ist Parken zwischen 2 und 5 Uhr verboten (50 € Strafe, Stand September 2026). Wer sich daran hält und nichts ausbreitet, steht in der Regel entspannt.

Mit Hund unterwegs in Frankreich

Einreise und Papiere

Für Hunde aus Deutschland gelten die EU-Regeln: Mikrochip, EU-Heimtierausweis und eine gültige Tollwutimpfung, die bei der Erstimpfung mindestens 21 Tage zurückliegen muss.

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Kategorie-Hunde: Hunde der Kategorie 1 (zum Beispiel American Staffordshire Terrier, Boerboel oder Tosa Inu ohne Stammbaum) dürfen nicht nach Frankreich einreisen – laut französischer Botschaft nicht einmal zur Durchfahrt. Ein American Staffordshire Terrier mit anerkanntem Stammbaum zählt dagegen zu Kategorie 2. Für Kategorie 2, etwa Rottweiler, gelten so strenge Auflagen, dass sie für Urlauber praktisch kaum zu erfüllen sind.

Strände und Alltag

Viele Gemeinden sperren ihre Strände in der Sommersaison für Hunde, die Regeln hängen an den Strandzugängen und sind von Ort zu Ort verschieden. Außerhalb der Saison ist es deutlich entspannter. Auf der Dune du Pilat war Tyson kein Problem, dort waren viele Hunde unterwegs. Alles zu Einreise, Hitze und Packliste findet ihr auf unserer Seite Mit Hund reisen.

Unsere Berichte aus Frankreich

Fünf Berichte aus Frankreich gibt es bisher, dazu unsere beiden Videos von der Fahrt nach Spanien und zurück:

Mautfrei nach Spanien: 124 € gespart – lohnt sich der Aufwand?

Zurück aus Spanien: 122,30 € Maut und das Camping-Car-Park-System erklärt

Häufige Fragen zu Frankreich mit dem Wohnmobil

Kann ich auf einer Autobahnraststätte übernachten?

Davon raten wir dringend ab, und auch der ADAC empfiehlt es nicht. An französischen Raststätten werden immer wieder Wohnmobile nachts aufgebrochen. Nutzt lieber offizielle Stellplätze mit Schranke wie Camping-Car Park und plant die Etappen so, dass ihr abends rechtzeitig dort ankommt.

Brauche ich für Frankreich eine Vignette?

Nein. Frankreich hat keine Vignette, sondern Maut auf den Autobahnen, die an Mautstellen oder über Kamerabrücken abgerechnet wird. Für Umweltzonen wie in Lyon, Paris oder Grenoble braucht ihr zusätzlich die Crit’Air-Plakette.

In welche Mautklasse fällt mein Wohnmobil?

Die meisten Kastenwagen und Wohnmobile bis 3,5 t sind zwischen 2 und 3 Meter hoch und fahren in Klasse 2. Über 3 Meter Höhe oder über 3,5 t wird es Klasse 3 oder 4.

Kann man mautfrei nach Spanien fahren?

Ja. Wir sind im Winter 2026 von der Rheinbrücke Neuenburg–Chalampé über Vichy, die A75 und Le Barcarès bis über die Grenze gefahren und haben 0 € Maut bezahlt. Die Autobahn zurück hat uns 122,30 € gekostet.

Darf ich mit dem Wohnmobil frei stehen?

Parken und im Fahrzeug schlafen ist erlaubt, wo Parken erlaubt ist und kein Verbotsschild steht – höchstens sieben Tage am selben Platz. Campingverhalten wie Stützen, Markise oder Stühle draußen ist verboten.

Welche Promillegrenze gilt in Frankreich?

0,5 Promille, für Fahranfänger in den ersten drei Jahren 0,2. Ab 0,8 Promille ist es eine Straftat.

Brauche ich im Winter Winterreifen?

In 34 Départements mit Berggebieten ja: Vom 1. November bis 31. März braucht ihr dort Reifen mit Alpine-Symbol oder Schneeketten an Bord. Das betrifft auch die A75 durch das Zentralmassiv.

Stand und Faktencheck: Alle Angaben auf dieser Seite haben wir zuletzt am 25.09.2026 gegen offizielle Quellen geprüft: service-public.gouv.fr, Innenministerium, Conseil constitutionnel, APRR, französische Botschaft, ADAC. Preise, Tarife und Regeln ändern sich – prüf sie vor deiner Fahrt noch einmal. Eigene Erfahrungen sind mit Datum gekennzeichnet.