Mautfrei nach Spanien mit dem Wohnmobil: Unsere Route über die A75
Einmal quer durch Frankreich – ohne einen Cent Maut.

Lohnt es sich, die französische Maut zu sparen, wenn man nur vier Wochen Zeit hat? Im Winter 2026 haben wir es ausprobiert: Auf dem Weg zu unseren vier Wochen Spanien sind wir komplett mautfrei durch Frankreich gefahren – von der Grenze bei Neuenburg am Rhein bis an die spanische Grenze am Col de Belitres. Zurück ging es über die Autobahn, weil uns für die mautfreie Strecke die Zeit gefehlt hat.
Hier findet ihr unsere Strecke mit allen Etappen, Übernachtungsplätzen und Kosten – so, wie wir sie selbst gefahren sind. Mit dem Routenplaner könnt ihr sie eins zu eins nachfahren.
Inhaltsverzeichnis
- Die Route auf einen Blick
- Entspannt fahren: sichere Stopps alle 250–300 km
- Anreise bis zur Grenze
- Etappe 1: Grenze – Vichy
- Etappe 2: Vichy – Le Barcarès
- Etappe 3: Le Barcarès – Spanien
- Der Rückweg: Autobahn für 122,30 €
- Mautstellen und Preise je Abschnitt
- Welcher Abschnitt lohnt sich wirklich?
- Mautfrei oder Autobahn? Der Vergleich
- Unsere Tipps für die Strecke
- Die Strecke im Video
- Fazit
- Häufige Fragen
Die Route auf einen Blick
Tippe auf einen Punkt in der Karte – Stellplatz, Mautstelle oder Übernachtung –, um Preise und Details zu sehen.
Karte als großes Bild öffnen (zum Speichern oder Ausdrucken) →
So sind wir im Winter 2026 gefahren: 22,50 € für zwei Nächte in Frankreich.
Unser Vorschlag mit sicheren Plätzen (Schranke, ganzjährig) – recherchiert, nicht selbst getestet. Rund 42,50 € für drei Nächte.
Fahrzeiten laut Routenplaner ohne Pausen, Balkenlänge = Tageskilometer.
Die Entfernungen pro Etappe sind Routenplaner-Werte ohne Maut. Wer die Strecke selbst plant: In Google Maps unter „Routenoptionen“ einfach „Maut vermeiden“ anhaken und unsere Übernachtungsplätze als Zwischenziele eintragen.
Achtung – unbedingt beachten: Übernachtet unterwegs nie auf Autobahnraststätten. Dort wird immer wieder in Wohnmobile eingebrochen. Plant die Etappen so, dass ihr am Nachmittag entspannt einen offiziellen Stellplatz erreicht – genau dafür sind die kurzen Etappen da. Mehr dazu auf unserer Frankreich-Seite.
Entspannt fahren: alle 250–300 km ein sicherer Stopp
Wir sind die Strecke in Frankreich mit zwei Übernachtungen gefahren – das heißt gut 450 Kilometer Landstraße am Tag. Das geht, ist aber lang. Entspannter wird es mit einem Stopp alle 250 bis 300 Kilometer. Dafür haben wir sichere Plätze direkt an der Route herausgesucht: mit Schranke, ganzjährig geöffnet und höchstens ein paar Minuten von der Strecke entfernt.
Die Plätze sind unser Vorschlag nach Recherche, nicht selbst getestet – wir selbst haben in Vichy und Le Barcarès übernachtet. Die Angaben stammen von Camping-Car Park, park4night und den Betreibern (Stand September 2026).
Camping-Car Park: Einmal eine Karte für 5 € holen (gilt lebenslang) oder die kostenlose App nutzen. Damit öffnet die Schranke rund um die Uhr. Strom, Wasser und Entsorgung sind im Preis enthalten, Toiletten gibt es nicht auf jedem Platz – eine eigene Toilette an Bord ist Pflicht. Ab 1. Oktober 2026 werden einige Plätze etwas günstiger (Preise unten inklusive Kurtaxe, Stand 25.09.2026). Wie das vor Ort abläuft, zeigen wir im Video ab Minute 15:02.
Die Tagesetappen für diese Variante seht ihr oben im Zeitstrahl unter „Entspannt“. Hier die Plätze im Überblick:
24 Plätze. Ab 1.10.2026 15,00 € inkl. Kurtaxe. park4night 2,3/5 – kritisiert werden Verkehrslärm und enge Plätze, nicht die Sicherheit.
46.78702, 4.87977 – Navi öffnen →89 Plätze, park4night 4,1/5. Ab 1.10.2026 14,20 € inkl. Kurtaxe. Bei Unwetterwarnung lieber nach Saint-Flour ausweichen.
45.24823, 3.19235 – Navi öffnen →Plus Kurtaxe 0,86 € pro Person, Wasser und Strom gegen Jeton. Um den Jahreswechsel zeitweise geschlossen, 2026 war der Platz ab 5. Januar wieder offen.
43.14219, 3.14216 – Navi öffnen →24 Plätze, reiner Etappenplatz mit etwas Autobahnlärm. Ab 1.10.2026 14,32 € inkl. Kurtaxe.
45.0506, 3.1077 – Navi öffnen →41 Plätze, park4night 2,9/5 – einige Steckdosen defekt.
44.09611, 3.08572 – Navi öffnen →Ganzjährige Alternative, wenn Narbonne-Plage geschlossen ist. park4night 2,5/5 wegen Bahn- und Straßenlärm.
43.01371, 3.04077 – Navi öffnen →Anreise bis zur Grenze
Unsere erste Nacht haben wir noch in Deutschland verbracht, auf einem kleinen kostenlosen Stellplatz an einem Badesee in Muggensturm bei Rastatt. Ein kleiner Geheimtipp, völlig kostenlos, aber ohne Strom. Von dort geht es über die A5 – in Deutschland mautfrei – bis zur Rheinbrücke zwischen Neuenburg am Rhein und Chalampé.

- Kostenlos, maximal drei Nächte
- Nur fünf Wohnmobile, Fahrzeuge bis 7,5 m, nur mit eigener Toilette
- Keine Ver- und Entsorgung, kein Strom
Etappe 1: Grenze – Vichy (ca. 445 km)
Hinter der Grenze geht es auf Landstraßen und mautfreien Schnellstraßen quer durch Ostfrankreich und Burgund bis an den Allier. Das ist die längste Etappe – und die, auf der man am meisten vom Land sieht.
Unser Eindruck: Dieser Teil ist anstrengend. Es geht durch unzählige Kreisverkehre, streckenweise ist sehr viel Verkehr, viele Lkw kommen euch entgegen, und die Straßen sind schmal. Hier müsst ihr die ganze Zeit konzentriert fahren.
Achtung A79: Die frühere RCEA zwischen Montmarault und Digoin ist heute die A79 und seit Ende 2022 mautpflichtig – ohne Mautstellen, mit Kamerabrücken. Wer „Maut vermeiden“ eingestellt hat, wird daran vorbeigeführt. Wer sie aus Versehen fährt, muss innerhalb von 72 Stunden online bezahlen.
Übernachtung: Aire de camping-car Vichy-Bellerive
In Vichy haben wir auf dem Stellplatz in Bellerive-sur-Allier direkt am Fluss übernachtet – für 13,50 €, ruhig gelegen. Wir sind spät angekommen und haben uns nur kurz umgesehen. Es gibt Ver- und Entsorgung, Trinkwasser und Strom (den wir nicht gebraucht haben), Hunde sind erlaubt. Wichtig: Die Einfahrt hat eine Schranke. Hebt das Ticket bis zur Abfahrt gut auf, sonst kommt ihr nicht mehr raus. Wie der Platz aussieht, zeigen wir in Folge 1 unserer Spanien-Vantour. In die Altstadt von Vichy läuft man laut anderen Campern 15 bis 20 Minuten.

- 39 Plätze, ganzjährig geöffnet
- Strom, Wasser, Entsorgung und WLAN im Preis enthalten
- Bezahlt wird am Automaten mit Karte – aktuell 13,50 € pro 24 Stunden
- Keine Toiletten
Etappe 2: Vichy – Le Barcarès (ca. 485 km)
Das Herzstück der Route: Hinter Clermont-Ferrand beginnt die A75, die „Méridienne“. Sie ist eine richtige Autobahn – und bis auf den Viadukt von Millau komplett mautfrei. Sie führt durch das Zentralmassiv und über die Hochebene des Larzac bis nach Béziers.
Für uns war die A75 der schönste Teil der ganzen Fahrt. Sobald ihr sie erreicht habt, wird es richtig angenehm – und landschaftlich ist sie ein echter Hit. Bedenkt nur: Sie führt über 1.000 Meter hoch. Wir sind Ende Januar, Anfang Februar gefahren, und genau dann kann dort oben Schnee liegen.
Abstecher zum Viaduc de Garabit
Südlich von Saint-Flour liegt direkt an der A75 der Viaduc de Garabit: eine rote Eisenbahnbrücke, die die Firma von Gustave Eiffel nach Plänen von Léon Boyer bis 1884 in einem großen Bogen über die Truyère gebaut hat. Man sieht sie schon von der Autobahn aus. Wir haben einen kleinen Abstecher gemacht, um sie uns aus der Nähe anzuschauen – und das hat sich für uns wirklich gelohnt.

Der Viadukt von Millau: 17 € sparen
Der Viadukt ist die einzige Mautstelle der A75. Für Wohnmobile der Klasse 2 kostet die Überfahrt 17 €, in der Sommersaison vom 15. Juni bis 15. September 20,70 € (Stand Februar 2026). Wir haben ihn umfahren: Die Strecke führt dann durch die Stadt Millau hinunter ins Tal und auf der anderen Seite wieder hinauf. Das kostet etwas Zeit, und es geht ordentlich bergauf und bergab – dafür bleibt die Maut bei null.

Winter auf der A75: Die Strecke führt teils über 1.000 Meter hoch. Vom 1. November bis 31. März gilt in den Départements entlang der A75 die Winterausrüstungspflicht (Loi Montagne): Reifen mit Alpine-Symbol oder Schneeketten an Bord. Vor der Abfahrt lohnt ein Blick auf den Wetterbericht.
Ab Béziers geht es auf mautfreien Straßen weiter Richtung Narbonne und Perpignan bis ans Meer nach Le Barcarès.

Übernachtung: Aire de camping-car Port Barcarès
Unser Platz kurz vor der Grenze: der große Stellplatz am Hafen von Le Barcarès. Wir sind am Abend angekommen und gleich noch Pizza essen gegangen. Bezahlt haben wir 9 € pro Tag, Frischwasser war dabei. Strom kostet 5 € für 24 Stunden – den haben wir nicht gebraucht, weil wir unterwegs gut ausgestattet sind. Der Platz war gut gefüllt, es gab aber noch viele freie Plätze. Wie der Platz aussieht, zeigen wir ausführlich in Folge 1 unserer Spanien-Vantour ab Minute 16:45. Was wir abends und am nächsten Morgen in Le Barcarès erlebt haben – Pizza, Hafen, schiefe Palmen und Sonntagsmarkt –, steht im Beitrag Le Barcarès im Winter.

- 260 Plätze, ganzjährig geöffnet
- Bei uns Ende Januar 2026: 9 € pro 24 Stunden inklusive Frischwasser (Nebensaison; im Dezember sowie Juli/August 14 €), Strom 5 € extra (Preise ändern sich je nach Saison)
- Toiletten, warme Duschen (2 € pro Person), Ver- und Entsorgung, sogar eine Hundewaschstation
- Bezahlt wird am Automaten
Etappe 3: Le Barcarès – Spanien (ca. 65 km)
Die letzte Etappe ist kurz: über Saint-Cyprien und an der Côte Vermeille entlang bis zum Col de Belitres. Oben auf dem Pass steht das alte spanische Zollgebäude – dahinter geht es hinunter nach Portbou und nach Katalonien.

Bevor es zur Grenze ging, sind wir morgens noch an den Strand von Le Barcarès. Dort stehen Palmen, die ganz schief gewachsen sind. Schuld ist der Wind: Die Küste zwischen Narbonne und Perpignan gehört zu den windigsten Gegenden Frankreichs. Der Nachbarort Leucate gilt sogar als windigster Ort des Landes – laut Presseberichten wurden dort 1996 rund 254 Tage mit Wind gezählt, also an mehr als zwei von drei Tagen. Meist ist es die Tramontane, ein kalter, trockener Wind aus Nordwest, der sich zwischen Pyrenäen und Zentralmassiv hindurch Richtung Meer drückt. Für dich heißt das: Markise lieber eingefahren lassen und Türen gut festhalten.


Gut zu wissen: Die Küstenstraße nach Cerbère ist kurvig und für große Wohnmobile anstrengend. Wer lieber über Le Perthus nach La Jonquera fährt: Die AP-7 in Katalonien ist seit September 2021 bis Tarragona mautfrei.
Wie es weiterging: Am selben Abend, dem 1. Februar 2026, sind wir bis Palamós an der Costa Brava gefahren. Frei stehen hat dort nicht geklappt, gelandet sind wir auf einem Stellplatz in Terrassen mit Meerblick – alles dazu im Beitrag Stellplatz Palamós.
Der Rückweg: Autobahn für 122,30 €
Zurück sind wir über die Autobahn gefahren, weil uns für die mautfreie Strecke die Zeit gefehlt hat. Die letzte Nacht in Spanien haben wir in Empuriabrava verbracht, in Frankreich auf dem Camping-Car-Park-Platz in Beaufort-Orbagna im Jura und zum Schluss im Wohnmobilpark Kenzingen im Breisgau – vorher noch mit einem Abstecher zum Texaspass am Kaiserstuhl. Die Maut in Frankreich hat uns insgesamt 122,30 € gekostet – etwas weniger als die komplette Autobahn, weil wir nach Beaufort-Orbagna ein Stück bewusst ohne Maut gefahren sind (mehr dazu unten). Was die ganze Reise gekostet hat, vom Diesel bis zur Bar, steht in Ein Monat Spanien: unsere echten Kosten.
In unserem Rückfahrt-Video zeigen wir alle Mautstationen und erklären ausführlich, wie das Camping-Car-Park-System funktioniert (Schritt für Schritt auch in unserem Beitrag Camping-Car Park erklärt): Einfahrt per Karte oder App, Schranke, Strom inklusive, bezahlt wird pro 24 Stunden. Die Erklärung zu Camping-Car Park beginnt bei Minute 15:02.
Was kostet die Autobahn? Mautstellen und Preise je Abschnitt
Zum Vergleich die übliche Autobahnstrecke von Mulhouse nach Le Perthus: über die A36 und A39 nach Lyon, dann auf der A7 und A9 ans Mittelmeer. Das sind rund 860 bis 910 Kilometer und mit dem Wohnmobil gut 9 bis 10 Stunden reine Fahrzeit. Was ihr zahlt, hängt von der Fahrzeugklasse ab – also vor allem von der Höhe.
| Klasse | Fahrzeug |
|---|---|
| Klasse 1 | bis 2 m Höhe und bis 3,5 t – Pkw, niedrige Vans |
| Klasse 2 | 2 bis 3 m Höhe und bis 3,5 t – fast alle Kastenwagen und Wohnmobile |
| Klasse 3 | ab 3 m Höhe oder über 3,5 t – große Wohnmobile, Liner |
| Abschnitt (Mautstelle) | Klasse 1 | Klasse 2 | Klasse 3 |
|---|---|---|---|
| A36 Mulhouse – Burnhaupt | frei | frei | frei |
| A36 Barriere Fontaine-Larivière | 3,10 € | 4,90 € | 7,80 € |
| A36/A39/A40/A42 Saint-Maurice-Colombier – Beynost (bei Lyon) | 32,80 € | 50,00 € | 81,20 € |
| A46 Süd / A7 um Lyon bis Vienne | frei | frei | frei |
| A7/A9 Lyon – Montpellier | 32,80 € | 51,30 € | 70,70 € |
| A9 Montpellier – Le Perthus | 23,10 € | 35,30 € | 50,90 € |
| Gesamt Mulhouse – Le Perthus | ca. 90 € | ca. 138–141 € | ca. 204–212 € |
Quellen: offizielle Tarife von APRR und VINCI Autoroutes, gültig ab 1. Februar 2026, und der Routenrechner von VINCI. Je nach Auf- und Abfahrt weichen die Beträge etwas ab. Zum Vergleich: Der Viadukt von Millau auf der A75 kostet in Klasse 1 11,30 €, in Klasse 2 17,00 € und in Klasse 3 37,60 € (im Sommer 13,80 € und 20,70 €).
Welcher Abschnitt lohnt sich wirklich?
Mautfrei heißt nicht, dass man jeden Euro sparen muss. Manche Abschnitte kosten wenig und sparen viel Zeit, andere kosten viel und bringen kaum etwas. Wir haben die wichtigsten Stellen verglichen – Fahrzeiten laut Routenplaner ohne Pausen, mit dem Wohnmobil seid ihr eher etwas langsamer.
Maut-Rechner: Lohnt sich die Autobahn für dich?
Wähle dein Fahrzeug und sag uns, was dir eine Stunde weniger am Steuer wert ist. Der Rechner zeigt dir, welche Abschnitte sich für dich lohnen.
Mautpreise 2026 laut APRR und VINCI Autoroutes, Fahrzeiten laut Routenplaner ohne Pausen. Klasse 1: bis 2 m Höhe, Klasse 2: 2–3 m und bis 3,5 t, Klasse 3: ab 3 m oder über 3,5 t.
Die Werte im Überblick:
| Abschnitt | Maut Kl. 1 / 2 / 3 | Autobahn | Mautfrei | Autobahn ist schneller um | Unsere Einschätzung |
|---|---|---|---|---|---|
| Grenze – Dole (A36) | 15,70 / 24,90 / 41,00 € | 193 km, ca. 2 Std. | 218 km, ca. 3,5 Std. | ca. 1,5 Std. | Lohnt sich am ehesten: Für knapp 25 € seid ihr rund 1,5 Stunden früher da. |
| Viadukt Millau (A75) | 11,30 / 17,00 / 37,60 € | ca. 30 Min. | ca. 50 Min. | ca. 20 Min. | Eher nicht: 17 € für nur 20 Minuten – dafür seht ihr den Viadukt von unten. |
| Narbonne – Le Perthus (A9) | ca. 13,40 / 20,60 / 29,40 € (errechnet) | ca. 70 Min. | ca. 2 Std. | ca. 55 Min. | Kann sich lohnen, wenn ihr müde seid – mautfrei geht es durch Narbonne und Perpignan |
| Gesamte Strecke über Lyon | ca. 90 / 138 / 204–212 € | ca. 860–910 km, 8,5–10 Std. | ca. 1.000 km, 13–15 Std. | ca. 4,5–5,5 Std. | Mautfrei dauert rund 5 Stunden länger, spart aber rund 138 € (Klasse 2). Das sind etwa 28 € für jede Stunde, die ihr länger fahrt. Wer Zeit hat, fährt mautfrei. |
Unser Beispiel vom Rückweg: Nach der Nacht in Beaufort-Orbagna im Jura sind wir ein Stück bewusst ohne Autobahn gefahren. Bis zur nächsten Auffahrt war die Landstraße laut Navi genauso schnell wie die Mautstrecke – also haben wir uns die Maut gespart. Deshalb haben wir 122,30 € bezahlt statt der rund 138 €, die die komplette Autobahn in Klasse 2 kostet. Es lohnt sich, bei jedem Abschnitt kurz zu vergleichen.
Die Autobahn A79 zwischen Montmarault und Digoin (die frühere RCEA) ist seit Ende 2022 mautpflichtig und hat keine Schranken, sondern Kamerabrücken. Unsere Route führt über Lapalisse daran vorbei. Wer sie versehentlich fährt, muss innerhalb von 72 Stunden online bezahlen.
Mautfrei oder Autobahn? Der Vergleich
| Posten (einfache Strecke) | Autobahn | Mautfrei |
|---|---|---|
| Maut Frankreich (Klasse 2) | 122,30 € bei uns, komplett ca. 138 € | 0 € |
| Viadukt von Millau | in der Autobahnmaut | umfahren, 0 € |
| Diesel (Richtwert) | ca. 145–150 € | ca. 165 € (etwas mehr Kilometer) |
| Reine Fahrzeit (Routenplaner) | ca. 8,5–9,5 Stunden | ca. 13–15 Stunden |
Diesel-Richtwerte für die Strecke durch Frankreich: ca. 880–910 km Autobahn bzw. ca. 1.000 km mautfrei, 10 l/100 km, 1,65 €/l (Durchschnitt Frankreich Februar 2026, EU-Ölpreisbulletin). Mehr zu den Kosten im Kosten-Ratgeber. Maut und Übernachtungen sind unsere echten Kosten vom Winter 2026. Die Fahrzeiten sind Schätzungen aus dem Routenplaner ohne Pausen.
Unsere Tipps für die Strecke
- Kurze Etappen planen: Alle 250 bis 300 Kilometer ein Stopp ist auf Landstraßen entspannter als unsere 450 Kilometer am Tag. Wer am Nachmittag am Stellplatz ist, muss nicht im Dunkeln suchen – und kommt nie in Versuchung, an einer Raststätte zu schlafen.
- Navi richtig einstellen: In Google Maps unter „Routenoptionen“ „Maut vermeiden“ anhaken, bei anderen Navis „Mautstraßen meiden“. Die Route vorher einmal am Stück ansehen – vor allem, dass sie nicht über die A79 oder den Viadukt führt. Karten für unterwegs offline speichern.
- Günstig tanken an den Supermarkt-Tankstellen (Leclerc, Intermarché, Carrefour, Super U), nachts und sonntags oft als Automat mit Kreditkarte.
- Winterausrüstung an Bord haben, wenn ihr zwischen November und März über die A75 fahrt.
- Stellplätze mit Automat nehmen Karte – ein paar Euro-Münzen für Wasser und Duschen schaden trotzdem nicht.
Die Strecke im Video
Fazit: Lohnt sich mautfrei nach Spanien?
Unsere Antwort: Wenn ihr Zeit habt, ja. Auf dieser Fahrt Ende Januar, Anfang Februar 2026 hatten wir ein, zwei Tage Luft – genau deshalb haben wir uns für die mautfreie Variante entschieden.
Wer schnell runter will, dem würden wir eher zur Autobahn raten. Bis zur A75 geht es durch unzählige Kreisverkehre, streckenweise mit sehr viel Verkehr, vielen Lkw im Gegenverkehr und auf schmalen Straßen. Das kostet Konzentration. So entspannt wie nach einem Tag auf der Autobahn kommt ihr nicht an.
Das Beste an der Route ist die A75. Ab dort wird die Fahrt richtig angenehm, und die Landschaft durch das Zentralmassiv ist großartig. Im Winter gehört aber dazu: Die Strecke führt über 1.000 Meter hoch. Beobachtet die Wetterlage, habt Schneeketten dabei und wisst, wie man sie anlegt – bei Schnee kann es dort oben gefährlich werden.
Unser Fazit in drei Sätzen: Mautfrei lohnt sich, wenn ihr ein, zwei Tage mehr Zeit habt – ihr spart rund 100 € pro Richtung. Anstrengend ist der Abschnitt bis zur A75, die A75 selbst ist der schönste Teil. Im Winter Wetter beobachten und Schneeketten an Bord haben.
Alles Weitere zu Maut, Crit'Air und Stellplätzen findet ihr auf unserer Seite Frankreich, alles zum Leben im Winter in unserem Ratgeber Überwintern in Spanien. Unsere selbst getesteten Plätze stehen in der Stellplatz-Übersicht.
Weiterlesen
- Freistehen in Spanien – was die DGT-Regeln 2026 erlauben
- Spanien mit dem Wohnmobil – Reisezeit, Maut, Regionen und Reisen mit Hund
- Gas in Spanien – spanische Flasche, Adapter und Nachfüllen
Häufige Fragen zu mautfrei nach Spanien
Kann man mit dem Wohnmobil mautfrei durch Frankreich nach Spanien fahren?
Ja. Wir sind im Winter 2026 von der Grenze bei Neuenburg am Rhein über Vichy, die A75 und Le Barcarès bis zum Col de Belitres gefahren und haben 0 € Maut bezahlt. Die A75 ist bis auf den Viadukt von Millau mautfrei.
Wie lange dauert die mautfreie Route?
Laut Google Maps sind es gut 1.000 Kilometer und knapp 13 Stunden reine Fahrzeit ab der deutschen Grenze. Wir haben die Strecke auf drei Fahrtage mit zwei Übernachtungen in Frankreich verteilt.
Lohnt sich die mautfreie Route?
Wenn ihr ein, zwei Tage mehr Zeit habt, ja. Wer schnell runter will, fährt besser Autobahn: Bis zur A75 geht es durch viele Kreisverkehre, über schmale Straßen und mit viel Lkw-Verkehr. Die A75 selbst ist dann der schönste und entspannteste Teil der Strecke.
Was kostet der Viadukt von Millau?
Für Wohnmobile der Klasse 2 kostet die Überfahrt 17 €, im Sommer vom 15. Juni bis 15. September 20,70 €. Man kann ihn umfahren, die Strecke führt dann durch die Stadt Millau.
Wie viel spart man mautfrei?
Auf unserem Rückweg über die Autobahn haben wir 122,30 € Maut bezahlt. Zieht man den etwas höheren Dieselverbrauch ab, bleiben rund 100 € Ersparnis pro Richtung.
Welche Mautklasse hat mein Wohnmobil?
Entscheidend sind Höhe und Gewicht. Die meisten Wohnmobile und Kastenwagen sind zwischen 2 und 3 Meter hoch und bis 3,5 t schwer – das ist Klasse 2. Ab 3 Meter Höhe oder über 3,5 t wird es Klasse 3, dann kostet die Autobahn bis Spanien über 200 €.
Welche Abschnitte lohnen sich trotzdem mit Maut?
Am ehesten die A36 von der Grenze bis Dole: rund 25 € in Klasse 2 für etwa 1,5 Stunden Zeitgewinn. Der Viadukt von Millau lohnt sich dagegen kaum – 17 € für etwa 20 Minuten.
Wo übernachte ich unterwegs sicher?
Auf offiziellen Stellplätzen mit Schranke, zum Beispiel im Netz von Camping-Car Park. Alle 250 bis 300 Kilometer liegt einer direkt an der Route: Chalon-sur-Saône, Massiac an der A75 und Narbonne-Plage. Wir selbst haben in Vichy-Bellerive (13,50 €) und Le Barcarès (9 €) übernachtet. Von Autobahnraststätten raten wir dringend ab.
Kann ich im Winter über die A75 fahren?
Ja, wir sind im Winter gefahren. Die A75 führt aber über 1.000 Meter hoch, und vom 1. November bis 31. März gilt dort die Winterausrüstungspflicht: Reifen mit Alpine-Symbol oder Schneeketten an Bord. Wir sind Ende Januar, Anfang Februar gefahren – genau dann kann dort Schnee liegen. Beobachtet die Wetterlage und übt vorher, die Ketten anzulegen.
Stand und Faktencheck: Alle Angaben auf dieser Seite haben wir zuletzt am 25.09.2026 gegen offizielle Quellen geprüft: Camping-Car Park, Betreiber der Stellplätze, APRR, VINCI Autoroutes, Viaduc de Millau, EU-Ölpreisbulletin. Preise, Tarife und Regeln ändern sich – prüf sie vor deiner Fahrt noch einmal. Eigene Erfahrungen sind mit Datum gekennzeichnet.
Newsletter
Einmal im Monat Post von unterwegs
Neue Reiseberichte, selbst getestete Stellplätze, echte Kosten und unsere Videos – etwa einmal im Monat per Mail. Kein Spam, jederzeit abbestellbar.